Chlorella und Spirulina zählen zu den bekanntesten Mikroalgen und werden häufig miteinander verglichen. Obwohl sie oft gemeinsam genannt werden, unterscheiden sie sich deutlich in Biologie, Zusammensetzung und Einsatzschwerpunkt. Entscheidend sind dabei vor allem Vitamin B12, Protein und Vitamin K1.
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Chlorella und Spirulina?
Chlorella ist eine einzellige Süßwasser-Grünalge mit Zellkern. Sie zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Chlorophyll sowie ausgewählten Mikronährstoffen wie Eisen und Vitamin B12 aus.
Spirulina (korrekt: Arthrospira) ist hingegen eine Blaualge, also eine Cyanobakterie. Sie enthält keinen Zellkern, dafür aber einen sehr hohen Proteinanteil sowie sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wie Phycocyanin.
Bereits auf biologischer Ebene sind beide Algen also sehr verschieden.
Chlorella und Spirulina im Vergleich der Inhaltsstoffe
Eisen
Chlorella enthält von Natur aus bioverfügbares, gut verträgliches Eisen, das überwiegend in organisch gebundener, proteinassoziierter Form vorliegt. Studien (u. a. Sapkota et al., 2018; Molina et al., 2019) zeigen, dass Mikroalgen Eisen in ferritin-ähnlichen Strukturen speichern können.
Laut EFSA trägt Eisen:
- zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei
- zum normalen Sauerstofftransport im Körper bei
- zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
Spirulina enthält ebenfalls Eisen, jedoch meist in geringerer Menge pro Gramm im Vergleich zu speziell kultivierter Chlorella.
Vitamin B12
Ein häufig diskutierter Punkt ist Vitamin B12. Beide Algen enthalten die sogenannten Cobalamine, verschiedene Verbindungen, die sich hinter dem Begriff Vitamin B12 verbergen.
Wichtig: In Chlorella wurden bioaktive Cobalamine wie Adenosyl-, Methyl- und Hydroxo-Cobalamin nachgewiesen. Spirulina enthält überwiegend inaktive B12-Analoga, die laut aktueller Studienlage nicht zur Deckung des Vitamin-B12-Bedarfs geeignet sind. Daher eignet sich Spirulina nicht als alleinige B12-Quelle.
Laut EFSA trägt Vitamin B12 zu:
- einem normalen Energiestoffwechsel bei
- einer normalen Funktion des Nervensystems bei
- einer normalen psychischen Funktion bei
- einer normalen Bildung roter Blutkörperchen bei
- einer normalen Funktion des Immunsystems bei
- der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
- einer Funktion bei der Zellteilung bei
Protein und weitere Nährstoffe
Spirulina ist besonders reich an Protein (bis zu 60–70 %) und Vitamin K1. Beide Algen liefern weitere Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink und Folsäure, deren ernährungsphysiologische Wirkungen ebenfalls von der EFSA bewertet sind.
Laut EFSA trägt Vitamin K1 zu:
- einer normalen Blutgerinnung bei
- der Erhaltung normaler Knochen bei
Welche Alge passt zu Ihnen?
Chlorella eignet sich insbesondere für Personen, die eine pflanzliche Quelle für Eisen und Vitamin-B12-haltige Mikroalgen suchen.
Spirulina wird vor allem gewählt, wenn der Fokus auf pflanzlichem Protein sowie Vitamin K1 liegt.
Die Entscheidung hängt somit nicht von „besser oder schlechter“, sondern von Ihrem individuellen Nährstofffokus ab.




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